Nasalvokal

IPA-Zeichen ◌̃
IPA-Nummer 424
IPA-Zeichen-Beschreibung übergesetzte Tilde
Unicode U+0303
X-SAMPA ~ oder _~
Kirshenbaum <nzd>

Ein Nasalvokal wird gebildet, indem das Velum gesenkt wird, so dass pulmonale Luft gleichzeitig durch den Nasenraum und den Mundraum entweichen kann. Nasale Vokale stehen den oralen Vokalen gegenüber, bei denen der Nasenraum durch das Anliegen des Velums an die Rachenrückenwand geschlossen ist.

Nasalvokale mit phonologischem Charakter sind typisch für das Französische, sie kommen allerdings phonematisch auch im Gheg-Albanischen,[1] Portugiesischen, Bretonischen, in sino-tibetischen Sprachen, im Polnischen und im Kaschubischen vor. Auch einige deutsche Dialekte (z. B. Schwäbisch und Bairisch) verwenden Nasalvokale.

Durch die starke Verbreitung des Französischen als Weltsprache im 17. Jahrhundert sind Nasalvokale zusammen mit dem französischen Fremdwortgut in fast alle Kultursprachen eingedrungen, so auch ins Deutsche, wo das Wort Restaurant standardsprachlich mit einem Nasalvokal ausgesprochen wird.

In der Lautschrift werden Nasalvokale bzw. Nasalierung in der Regel durch eine Tilde (̃, z. B. [õ] für nasales o) gekennzeichnet, früher auch durch ein Ogonek (˛) unter dem Vokal.

Von den Nasalvokalen sind die nasalen Konsonanten zu unterscheiden, bei denen die pulmonale Luft nur durch den Nasenraum entweicht.

  1. Fialuur i voghel Sccyp e ltinisct – Internet Archive (Small Dictionary of Albanian and Latin), Shkodër 1895.

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