Vereinigte Staaten

United States of America
Vereinigte Staaten von Amerika
Flag of the United States.svg
Great Seal of the United States (obverse).svg
Flagge Siegel
Wahlspruch:
E pluribus unum
(lateinisch für Aus vielen Eines, inoffiziell[1])
In God We Trust
(englisch für Auf Gott vertrauen wir, offiziell seit 1956[1])
Amtssprache de jure: keine
de facto: Englisch[2]
Hauptstadt Washington, D.C.
Staats- und Regierungsform föderale präsidentielle konstitutionelle Republik
Verfassung Verfassung der Vereinigten Staaten
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Joe Biden
Parlament(e) Kongress (Senat und Repräsentantenhaus)
Fläche 9.525.067 (4.)[3][4] km²
Einwohnerzahl 331.449.281 (3.)
(Zensus 2020)[5]
Bevölkerungsdichte 33[6] Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 0,1 % (Schätzung für das Jahr 2021)[7]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2021[8]
  • 23 Billionen USD (1.)
  • 23 Billionen USD (2.)
  • 69.231 USD (5.)
  • 69.231 USD (8.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,921 (21.) (2021)[9]
Währung US-Dollar (USD)
Gründung 1787/89 (Verfassung)
Unabhängigkeit 4. Juli 1776 (vom Königreich Großbritannien)
National­hymne The Star-Spangled Banner
Nationalfeiertag 4. Juli (Independence Day)
Zeitzone UTC−5 bis UTC−10
(50 Bundesstaaten und D.C.)
Kfz-Kennzeichen USA
ISO 3166 US, USA, 840
Internet-TLD .us, .gov, .mil, .edu
Telefonvorwahl +1 (siehe NANP)
ChileUruguayArgentinienParaguayPeruBolivienBrasilienEcuadorPanamaVenezuelaGuyanaSurinameKolumbienTrinidad und TobagoFrankreich (Französisch-Guayana)Niederlande (ABC-Inseln)Costa RicaHondurasEl SalvadorGuatemalaBelizeMexikoJamaikaKubaHaitiDominikanische RepublikBahamasNicaraguaVereinigte StaatenKanadaInseln über dem Winde (multinational)Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten)Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln)Vereinigtes Königreich (Turks- and Caicosinseln)Vereinigtes Königreich (Bermuda)Frankreich (St.-Pierre und Miquelon)Dänemark (Grönland)RusslandIslandNorwegenIrlandVereinigtes KönigreichDeutschlandDänemarkBelgienFrankreichSpanienPortugalSpanien (Kanarische Inseln)MarokkoLibyenKap VerdeMauretanienMaliTunesienGuineaGuinea-BissauGambiaSenegalSchweizItalienNiederlandeSchwedenFinnlandPolenEstlandLettlandLitauenRusslandItalienBelarusUkraineJapanVolksrepublik ChinaMongoleiKasachstanMoldauRumänienBulgarienÖsterreichUngarnTschechienSlowakeiSlowenienSerbienKroatienBosnien und HerzegowinaMontenegroAlbanienNordkoreaUnited States on the globe (North America centered).svg
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Karte der Vereinigten Staaten

Die Vereinigten Staaten von Amerika (englisch United States of America; abgekürzt USA), auch Vereinigte Staaten (englisch United States, abgekürzt U.S., US) oder umgangssprachlich einfach Amerika (engl. America) genannt, sind eine demokratische, föderal aufgebaute Republik in Nordamerika. Sie besteht aus 50 Bundesstaaten, der Hauptstadt Washington, D.C., die einen eigenen Bundesdistrikt darstellt, sowie aus fünf größeren unionsabhängigen Territorien und neun Inselterritorien. Die 48 zusammenhängenden Contiguous United States, die so genannten Lower 48, bilden zusammen mit Alaska, von dem sie durch kanadisches Gebiet getrennt sind, die Continental United States. Der Bundesstaat Hawaii und einige kleinere Außengebiete liegen im Pazifik und in der Karibik. Das Land weist geographisch und klimatisch eine sehr hohe Diversität mit einer großen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten auf.

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind sowohl flächenmäßig als auch nach der Einwohnerzahl der drittgrößte Staat der Erde. Ihre Ausdehnung von 9,83 Millionen Quadratkilometern[10] wird nur von Russland und Kanada und ihre Bevölkerung von 331,4 Millionen Einwohnern nur von China und Indien übertroffen. Die einwohnerstärkste Stadt der USA ist New York City, bedeutende Metropolregionen sind Los Angeles, Chicago, Dallas, Houston, Philadelphia, Washington, Miami, Atlanta, Boston und San Francisco, mit jeweils über 5 Millionen Einwohnern. Der Grad der Urbanisierung liegt bei 83 Prozent (Stand: 2021).[11]

Ein beliebter Nationalmythos der Vereinigten Staaten besagt, die USA seien eines der multikulturellsten Länder der Welt; empirische Studien zeigen jedoch, dass die USA im weltweiten Vergleich der ethnischen und kulturellen Vielfalt nur durchschnittlich abschneiden.[12][13]

Auf der Bundesebene gibt es, anders als in 32 Bundesstaaten der USA, keine gesetzlich vorgeschriebene Amtssprache, doch herrscht Englisch als Amtssprache vor. Im Südwesten sowie in Miami ist zusätzlich Spanisch weit verbreitet. Insgesamt waren 2015 mehr als 350 Sprachen in der US-Bevölkerung in Gebrauch, davon 150 indigene Sprachen. Die indigenen Sprachen mit der größten Sprecherzahl sind nach der Zahl ihrer Sprecher sortiert die Sprache der Yupik in Alaska (als größte indigene Sprache) und der Dakota (aus der Sioux-Sprachfamilie) (als zweitgrößte), gefolgt von verschiedenen Apache-Sprachen sowie Keres, der Sprache der Pueblo-Indianer, und Cherokee.[14]

Paläoindianer wanderten vor mehr als 13.000 Jahren aus Asien in das nordamerikanische Festland der heutigen Vereinigten Staaten ein (Buttermilk Creek Complex), nachdem sie mehrere Jahrtausende zuvor Alaska besiedelt hatten. Die europäische Kolonisierung begann etwa um 1600 vorwiegend aus England und in langwieriger Auseinandersetzung mit Frankreich. Die Vereinigten Staaten gingen aus 13 Kolonien an der Atlantikküste hervor. Streit zwischen Großbritannien und den amerikanischen Kolonien führte zur Amerikanischen Revolution. Am 4. Juli 1776 verabschiedeten Delegierte der 13 Kolonien die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und somit die Gründung der USA. Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, der mit der Anerkennung der Unabhängigkeit im Frieden von Paris (1783) endete, war der erste erfolgreiche Unabhängigkeitskrieg gegen eine europäische Kolonialmacht. Die heutige Verfassung wurde am 17. September 1787 verabschiedet. Bisher wurden 27 Zusatzartikel ergänzt. Die ersten zehn Zusatzartikel, die gemeinsam als Bill of Rights bezeichnet werden, wurden 1791 ratifiziert und garantieren eine Vielzahl von unveräußerlichen Rechten.

Angetrieben von der Doktrin des Manifest Destiny dehnten die Vereinigten Staaten ihr Gebiet im Laufe des 19. Jahrhunderts vom Atlantik bis zum Pazifik aus. Dies schloss die gewaltsame Vertreibung indigener indianischer Stämme, den Erwerb neuer Territorien u. a. im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und die Gründung neuer Bundesstaaten ein. Der Amerikanische Bürgerkrieg führte 1865 zum Ende der Sklaverei in den Vereinigten Staaten und dazu, dass sie endgültig den Weg zum Industriestaat einschlugen. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA die bedeutendste Macht auf dem amerikanischen Kontinent, und ihre Wirtschaft war zur größten der Welt geworden. Im Spanisch-Amerikanischen Krieg und vollends im Ersten Weltkrieg stiegen sie zur Weltmacht auf, deren militärische Stärke ihren globalen Einfluss scherte. Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die USA zusammen mit der Sowjetunion als eine von zwei Supermächten hervor. Sie verfügten als erstes Land über Atomwaffen und wurden eines von fünf ständigen Mitgliedern im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Nach Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion gelten die USA als einzige verbliebene Supermacht. Sie sind Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und vieler weiterer internationaler Organisationen. Ihr außenpolitischer und kultureller Einfluss kommt weltweit zur Geltung.

Die Vereinigten Staaten sind ein industrialisierter Staat und ihre Wirtschaft ist die größte Volkswirtschaft der Welt mit einem Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 23,0 Billionen US-Dollar im Jahr 2021, was 24 % der nominellen bzw. 16 % der kaufkraftbereinigten globalen Wirtschaftsleistung entsprach.[15] Das Land hatte 2020 das achthöchste Pro-Kopf-Einkommen.[15] Die Wirtschaftsleistung des Landes wird begünstigt durch den Reichtum an natürlichen Ressourcen, eine gut entwickelte Infrastruktur und eine hohe durchschnittliche Produktivität.[16][17] Obwohl die Wirtschaftsstruktur gemeinhin als postindustriell angesehen wird, ist das Land nach wie vor einer der weltgrößten Güterproduzenten.[18] Die USA waren 2016 für 36 % der weltweiten Militärausgaben verantwortlich und lagen damit auf Platz 1, gefolgt von China mit 13 % und Russland mit 4,1 %.[19] Der in Folge der Terroranschläge am 11. September 2001 ausgerufene Ausnahmezustand ist seit 2001 in Kraft.[20]

  1. a b statesymbolsusa.org: National Motto
  2. Auf Bundesebene keine Sprache als Amtssprache benannt, de facto Englisch. In 32 Bundesstaaten ist Englisch als offizielle Amtssprache gesetzlich festgelegt, teilweise neben anderen Sprachen.States where English is the official language
  3. The World Factbook, abgerufen am 28. November 2021
  4. aus Vergleichsgründen Landfläche und Inland-Wasserfläche ohne die 304.575 km² Hoheits-/Küstengewässer - siehe Liste von Staaten und Territorien nach Fläche
  5. U.S. Census Bureau QuickFacts: United States. Abgerufen am 17. April 2020 (englisch).
  6. United Nations Demographic Yearbook 2012, Table 3 (PDF; 171 kB) abgerufen am 14. Dezember 2013.
  7. Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. World Bank, 2021, abgerufen am 17. Juli 2022 (englisch).
  8. World Economic Outlook Database April 2022. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2022, abgerufen am 22. April 2022 (englisch).
  9. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2021/2022. United Nations Development Programme, New York 2022, ISBN 978-92-1001640-7, S. 272 (englisch, undp.org [PDF]).
  10. United States. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, abgerufen am 30. Mai 2021 (englisch).
  11. Urban population (% of total population) - United States, data.worldbank.org, abgerufen am 11. August 2022.
  12. James D. Fearon: Ethnic and Cultural Diversity by Country. In: Journal of Economic Growth. Band 8, Nr. 2, 2003, S. 195–222, doi:10.1023/A:1024419522867 (amerikanisches Englisch, springer.com [abgerufen am 14. März 2021]).
  13. Alberto Alesina, Arnaud Devleeschauwer, William Easterly, Sergio Kurlat, Romain Wacziarg: Fractionalization. In: Journal of Economic Growth. Band 8, Nr. 2, 2003, S. 155–194, doi:10.1023/A:1024471506938 (amerikanisches Englisch, springer.com [abgerufen am 14. März 2021]).
  14. Census Bureau Reports at Least 350 Languages Spoken in U.S. Homes, U.S. Census Bureau, 3. November 2015.
  15. a b World Economic Outlook Database April 2022. In: World Economic Outlook Database. Internationaler Währungsfonds, 2022, abgerufen am 22. April 2022 (englisch).
  16. ReportCard on America’s Infrastructure
  17. U.S. Workers World’s Most Productive, CBS News. 11. Februar 2009. Abgerufen am 23. April 2013.  Vorlage:Cite news: Der Parameter Sprache wurde nicht angegeben. Vorlage:Cite news/temporär
  18. Manufacturing, Jobs and the U.S. Economy. The Alliance for American Manufacturing, abgerufen am 6. November 2015.
  19. TRENDS IN WORLD MILITARY EXPENDITURE 2016, SIPRI Fact Sheet, April 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017
  20. Continuation of the National Emergency With Respect to Certain Terrorist Attacks. In: Federalregister.gov. 11. September 2017, abgerufen am 7. September 2018.

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